Zum Tod von Amy Winehouse

Nachdem die tragische Figur Amy Winehouse mit 27 Jahren aus dem Leben geschieden ist, hat der Tages-Anzeiger einen Artikel mit dem Titel „Nur ein Toter Rockstar ist ein guter Rockstar“ veröffentlicht.

Der Artikel befasst sich mit dem Niedergang der talentierten Sängerin. Der Titel des Artikels würde aber auch passen, um eine ökonomische Realität zu beschreiben: Erfolgreiche Künstler, die sterben, sind eine Goldmine. Bereits jetzt sind Amy Winehouses Werke wieder an der Spitze der internationalen Charts. Und das ist wohl erst der Anfang. Folgen werden Best-Of-Sammlungen und Platten mit unveröffentlichtem Material. Ausserdem gilt es, die Bildaufnahmen, die Lebensgeschichte und sogar das Abbild der Toten zu vermarkten. Das ist ein erträgliches Geschäft. Zum Vergleich: Der Nachlass von Michael Jackson hat seit seinem Tod mehr als $ 200 Mio. abgeworfen; bedeutend mehr als der Künstler in den letzten Jahren vor seinem Tod verdient hatte.

Möglich ist diese postmortale Vermarktung, weil das Urheberrecht auch nach dem Tod des Urhebers weitergilt. In der Schweiz dauert der Schutz 70 Jahre über den Tod des Urhebers hinaus. D.h. die Rechtsnachfolger können noch fast drei Generationen lang über Amys Werke verfügen. Wer nun denkt, Amys Familie habe ausgesorgt, der liegt wohl falsch. Musiker, die einen Plattenvertrag haben, sind nur selten Inhaber der Rechte an ihrer Werke. Diese Rechte werden in der Regel vertraglich an die Plattenfirma abgetreten, wofür der Künstler mit einer Einmalzahlung oder mit sogenannten „Royalties“ entschädigt wird.

Ebenfalls zu beachten ist, dass die Rechte der ausübenden Künstler nur bis 50 Jahre nach deren Tod geschützt sind. Ausübender Künstler ist, wer das Werk eines anderen aufführt. Dies ist in der Popmusik oft der Fall, da die Künstler Lieder vortragen, die sie nicht selber geschrieben haben.

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Über Titus Bosshard

Attorney at law. Partner at BOSSHARD GOOD.
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